Die Kirchensanierung (2016 & 2018)

1. Bauabschnitt

Die Arbeiten des 1. Bauabschnitts wurden im Jahr 2016 durchgeführt. Sie umfassten

  • die Restaurierung des kompletten Dachstuhls,
  • die Erneuerung der Außenfassade
  • sowie die Erweiterung und Neugestaltung des Kirchplatzes.

Blick auf den erweiterten Kirchplatz.

 

2. Bauabschnitt

Die Innensanierung wurde im Jahr 2018 durchgeführt.

  • Dabei wurde der durchnässte Putz der Kirchenwände auf den unteren zwei Metern abgeschlagen, die Wände wurden wieder verputzt und komplett neu gestrichen.
  • Die Kirchenbänke wurden ausgebaut und restauriert. Vorne in der Kirche wurden je zwei Bankreihen entfernt, damit für Musiker und z.B. auch für die Feier des Abendmahls im Altarraum mehr Platz ist.
  • Unter den Bänken wurde eine neue Heizung eingebaut.
  • Im Eingangsbereich der Kirche wurde die Wand zum bisherigen Mesnerstübchen entfernt, so dass der Eingangsbereich nun großzügiger, heller und einladender wirkt.
  • Im vorderen Teil des Kirchsaals wurde ein Raum abgetrennt, der jetzt als Sakristei dient. Der hintere Teil des Kirchsaals wird (wie bisher) als Lagerraum genutzt.
  • Und nicht zuletzt wurde die Elektrik, die Beleuchtng und die Medientechnik komplett erneuert. Im Blick auf Schwerhörige wurde eine Induktionsschleife für Hörgeräte eingebaut.

Blick auf den Bibelvers an der Südseite (derselbe Vers war bis zum Jahr 1966 an der Ostseite zu lesen).

Zur Geschichte unserer Agapitus-Kirche

Schon 1105 n.Chr. ist in Friolzheim eine Kirche erwähnt. Sie gehörte damals dem Kloster Hirsau. Wahrscheinlich wurde in einer späteren Zeit an dieser Stelle wieder eine Kirche gebaut.

An der Kirche sind verschiedene Baustile zu erkennen. Die Chorturmanlage stammt – zum Teil – aus romanischer Zeit. Der Chorraum selbst ist gotisch. Der Schlussstein im Chorgewölbe trägt das badische Wappen. Nach diesem Wappen im Chor zu schließen, wurde Mitte des 15. Jahrhunderts (1439 – 1461) der Chorraum umgestaltet. Friolzheim gehörte damals dem Markgraf von Baden (das Wappen im Chorgewölbe ist das markgräflich badische Wappen und bezeugt diese Zeit).

Die Kirche ist dem heiligen Agapitus geweiht. Der Tag des Heiligen ist der 18.  August. Agapitus wurde als 15-jähriger wahrscheinlich in der Christenverfolgung des Kaisers Valerian (253-260) als Diakon des Bischofs von Rom, Sixtus II, (257-258), mit Felicissimus an den Füßen über einem brennenden Holzstoß aufgehängt. Löwen, die man auf ihn losgelassen hat, schmiegten sich an ihn, taten ihm aber nichts. Agapitus wurde schließlich mit dem Schwert hingerichtet. Sein Glaubensmut und sein Festhalten am Glauben, trotz vieler Quälereien, machen ihn – bis heute – zu einem Vorbild des Glaubens. Unsere evangelischen Vorfahren haben deshalb an dem Namen Agapitus – seit 1542 ist die Friolzheimer Kirche evangelisch – festgehalten. 

Das Kirchenschiff wurde 1522 nach Süden verbreitert. Davor war der Chorbogen genau in der Mitte. Bei der Renovierung (1966 – 1968) wurden hierfür beim Abschlagen des Putzes Anhaltspunkte gefunden. Über der Seitentüre (im Süden) ist eine Inschrift zu finden. Es ist ein Meisterzeichen. Es erzählt, dass Jacob Höß und Hans Wunderer, Steinmetze von Nürtingen, hier 1522 als Baumeister tätig waren.

1938 wurde die Sakristei der Kirche zum Kirchsaal ausgebaut. Innen ist dies ganz deutlich zu erkennen.

In den Jahren 1966-1968 wurde die Kirche im Inneren total renoviert und zugleich in Richtung Westen erweitert. In diesem Zusammenhang wurde das bunte Glasfenster, im Chor, von einer Friolzheimer Familie gestiftet. Gefertigt hat es der Flachter Künstler Sepp Vees.

Anschrift

Kirchstr. 1

71292 Friolzheim

Bilder von unserer Agapitus-Kirche

Seit dem Jahr 2016 sind Kirche und Gemeindehaus im Dezember beleuchtet.

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